Tipps für die Existenzgründung als freiberuflicher Übersetzer

professional translation

 

In einer zunehmend globalisierten Welt sind Übersetzer mehr denn je gefragt. Nahezu jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, verfügt über eine Homepage in mehreren Sprachen, mehrsprachige Werbemittel und Präsenz auf internationalen Märkten. Längst haben Geschäftsleute erkannt, dass mehrsprachige Firmenkommunikation ein Wettbewerbsvorteil ist. Die Nachfrage nach professionellen Übersetzungen ist dementsprechend hoch.

 

Gute Aussichten also für (angehende) Übersetzer? Leider nur bedingt. Die Unternehmen wollen international konkurrieren und arbeiten daher unter extremem Zeit- und Kostendruck, den sie an die Übersetzer weitergeben. Zudem ist natürlich auch der Übersetzermarkt selbst längst globalisiert, und Übersetzer aus aller Welt konkurrieren um die Aufträge. Angehende Übersetzer müssen sich also darüber im Klaren sein, dass niedrige Gagen, straffe Zeitpläne und Konkurrenzkampf zumindest zu Beginn auf der Tagesordnung stehen.

 

Auch bedeutet der zunehmende Bedarf an Übersetzungsdienstleistungen keineswegs, dass viele Unternehmen Übersetzer fest anstellen. Stattdessen greifen sie auf das sogenannte Outsourcing zurück, das heißt, sie beauftragen einen externen, freiberuflichen Übersetzer einmalig mit einer Übersetzung, garantieren aber keinesfalls eine dauerhafte Zusammenarbeit. Der freiberufliche Übersetzer muss also ständig proaktiv Aufträge suchen, sich mit hervorragender Arbeit einen Ruf machen und einen Kundenkreis aufbauen.

 

Überhaupt ist Networking, also das knüpfen eines professionellen Kontakt-Netzwerks, ein weiterer Schlüsselfaktor bei der Existenzgründung als Übersetzer. Bei besonders umfangreichen oder mehrsprachigen Projekten muss oft mit weiteren Übersetzern zusammengearbeitet werden, außerdem kann man viel von den Erfahrungen anderer lernen und über sie natürlich wiederum  potentielle Kunden oder Agenturen erreichen.

 

Als letzter Schlüsselfaktor sei die Aus- und Weiterbildung genannt. Auch wenn es vereinzelt erfolgreiche Quereinsteiger gibt, so ist doch ein Studium in Übersetzung die beste Grundlage für die Tätigkeit als freiberuflicher Übersetzer. Hier wird der Übersetzer mit den verschiedenen Tätigkeitsbereichen und Textarten, die für die Übersetzung infrage kommen, vertraut gemacht, erlernt Techniken und Methoden und erhält die nötige Praxis. Neben dieser Grundausbildung ist es absolut entscheidend, ein persönliches Spezialgebiet zu haben. Auch wenn man gerade als Anfänger nicht zuletzt aus finanziellen Gründen so gut wie jeden Auftrag annimmt, sollte sich mit der Zeit doch ein  Spezialgebiet herauskristallisieren, in dem man sich ständig weiterbildet. Niemand kann in allen Gebieten gleich gut sein, und Unternehmen suchen gezielt nach spezialisierten Übersetzern für Bereiche wie Medizin, Justiz oder Informatik. Wenn man in seinem Fachgebiet besonders gut ist, wird man schnell zur Referenz auf dem Markt und verfügt über einen festen Kundenkreis.

 

Im Großen und Ganzen stellt die Existenzgründung als freiberuflicher Übersetzer natürlich eine große Herausforderung dar, und es gibt vieles, was angehende Übersetzer beachten müssen. Doch wer die wichtigsten Grundsätze befolgt und bereit ist, hart zu arbeiten und nie auszulernen, kann als freiberuflicher Übersetzer sein Glück finden. Denn die Arbeit als freiberuflicher Übersetzer ist eine der abwechslungsreichsten Tätigkeiten. Man kommt in Kontakt mit anderen Sprachen und Kulturen, lernt durch die Arbeit mit spezialisierten Texten über die verschiedensten Themen und kann seiner Arbeit eine persönliche Note verleihen. Der eigene Chef sein, und das zu tun, was man liebt: das ist alle Mühe wert.

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Sobre Carolina Balsa Cirrito 157 Artículos
Gerente - Directora. Licenciada en Traducción e Interpretación por la Universidad de Granada.

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